„Lust auf Katerschinken und Hundestelze?“ oder „Warum vegan?“

022

Warum vegan??
Ich werde immer wieder gefragt, warum ich mich für einen veganen Lebensstil entschieden habe. Viele Veganer reagieren darauf genervt, verstehe ich irgendwie, Omnivoren (Allesesser) wird diese Frage ziemlich selten gestellt, trotzdem kann ich diese sehr gut nachvollziehen. Fleisch zu essen, ebenso wie Milchprodukte, Eier, Honig usw. war lange Zeit (und ist es teilweise immer noch) fixer Bestandteil unserer Gesellschaft, man sehe sich nur die Gerichte der traditionellen österreichischen oder deutschen Küche an. Lange hat das niemand oder nur wenige hinterfragt, weil es als normal und gesellschaftlich anerkannt galt.

Meine Antwort 🙂

1. DER Grund überhaupt ist meine bedingungslose Tierliebe. Ich möchte für kein Tierleid verantwortlich sein, wenn ich es vermeiden kann. Ein Schwein oder eine Kuh zu essen ist für mich mittlerweile undenkbar. Ich habe ja morgens auch nicht Lust auf gebratenen Katerspeck und vielleicht später noch eine deftige Hundestelze, nur weil ich es soooo gerne esse und es mir schmeckt. Wenn wir schon beim Thema sind, muss ich erwähnen, dass ich den Geschmack von Fleisch mag und mir bis vor kurzem Schnitzel und Burger wirklich gefehlt haben.  Glücklicherweise wächst der Anteil der Veganer und somit vergrößert sich auch das Angebot. Immer wieder stelle ich begeistert fest, dass auch der Supermarkt „um die Ecke“ regelmäßig neue Produkte anbietet.

Gut, kein Fleisch zu essen verstehen mittlerweile die Meisten. Aber warum keine Milch? Ganz einfach, es ist unnatürlich die Muttermilch einer anderen Spezies zu sich nehmen und es muss einem klar sein, dass man für die Leiden die die Tiere durchleben, verantwortlich ist. Die Kühe werden unter unwürdigsten Bedingungen eingesperrt, einmal pro Jahr künstlich befruchtet, die Kälber werden ihnen dann kurz nach der Geburt entrissen, denn diesen steht entweder die Kälber- bzw. Rindermast oder den weiblichen eine Zukunft als Milchkuh bevor. Die Tiere haben eine enge Bindung zu ihren Kälbern und sie leiden unglaublich unter der Trennung. Das Absurdeste daran ist, dass die Kälber, für die die Kuhmilch eigentlich vorgesehen ist, mit Milchaustauschprodukten z.B. einem Gemisch aus u.a. Molkepulver, gefüttert werden, weil wir der Meinung sind, dass diese uns zusteht.

Was ist denn mit Eiern? Die Haltebedingungen sowohl in der Boden- als auch in der Bio- oder Freilandhaltung entsprechen in der Regel nicht den Bedürfnissen der Hennen, so kommt es oft zu Kämpfen, gegenseitigem Ausrupfen der Federn oder Kannibalismus. Um dies zu vermeiden, wird den Tieren die Schnabelspitze, bei vollem Bewusstsein und ohne Schmerzausschaltung, obwohl der Schnabel ein sehr sensibles Organ ist, entfernt. Eine Henne würde von Natur aus nur zwei Mal jährlich höchstens 12 Eier (!!!) legen und diese ausbrüten. Da die Menschen diese aus dem Nest entfernen, legen die Hennen immer wieder nach, damit das Nest voll ist. Diesen natürlichen Prozess nutzt die Eierindustrie voll aus. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen.

Das war bei Weitem noch nicht alles, aber bevor ich den Rahmen sprenge, widmen wir uns dem zweiten Punkt.

2. Veganismus gegen den Welthunger. Laut der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) leiden weltweit in etwa 842 Millionen Menschen Hunger. Da ca 90% der Soja- und 25% der gesamten Getreideernte von der Nutztierindustrie aufgekauft werden, steigen die Preise und die Menschen, vor allem in benachteiligteren Regionen, können sich diese nicht mehr leisten.

Ich denke diese Grafik der veganen gesellschaft deutschland e.v. spricht für sich…

Relation Getreide_Fleischkonsum

3. Gut, dann weiter zum nächsten Argument und zwar einem nicht unwesentlichen, unserer Gesundheit. Studien wie z.B die „Große Vegetarier-Studie“ des Berliner Gesundheitsamtes kommen immer wieder zu den gleichen Ergebnissen: Veganer haben eine höhere Lebenserwartung, seltener Übergewicht, eine geringere Anfälligkeit gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weniger mit erhöhten Blutfettwerten (Cholesterin) zu kämpfen.

Ich möchte jetzt nicht allen den Appetit verderben, aber denkt zurück an diverse Skandale wie BSE (Rinderwahn), Gammelfleisch, Pferdefleisch, Antibiotika im Huhn, Kalb und Schwein, mit Mäusekot und Würmern verunreinigter Mozzarella, Dioxin im Ei und viele mehr.

Ich verspreche euch, dass wir uns vor allem dem Thema Gesundheit in späteren Beiträgen noch ausführlich widmen werden :).

4. Auch nicht zu verachten ist der Einfluss auf unsere Umwelt und das Klima. Die Nutztierzucht ist, durch den Ausstoß von Treibhausgasen wie Methan und CO2, Hauptverursacher der globalen Erderwärmung, noch vor dem gesamten globalen Verkehr. Die tropischen Regenwälder werden gerodet um Platz für Weideflächen und den Anbau von Futterpflanzen zu schaffen.

Ein sehr interessanter Artikel bezüglich des Sojaanbaus und -konsums auf Zeit.de!

Außerdem werden etwa 15.500 Liter Wasser für die Produktion eines einziges Kilogramm Rindfleisch benötigt. Das Meer- und Grundwasser wird durch die Exkremente verschmutzt und das Nitrit, das den Exkrementen als Dünger zugesetzt wird, gerät in das Grundwasser und kann Krebs verursachen, wenn es in die Nahrungskette gelangt, ebenso versickern aus der Gülle Phosphor und von den Futterpflanzen Pestizide im Boden.

 

Ich denke fürs Erste sind das genügend Gründe, die einen veganen Lebensstil erklären, obwohl das noch lange nicht alles ist. Im Laufe der Zeit werden wir auf das eine oder andere Thema sicher noch intensiver eingehen.

Ich freue mich über eure Kommentare, gerne auch wenn ihr anderer Meinung seid, aber ihr wisst ja, der Ton macht die Musik ;).

 

Alles Liebe
Nicole

 

Quellen und weiterführende Links:
Food and Agriculture Organization of the United Nations
Gesundheit.de
Provegan
Peta
Peta2
tier-im-fokus.ch
Vegan.eu
Vegane Bewegung
vegane gesellschaft deutschland e.v.
Zeit.de

 

 

 

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